Phaseneinteilung (Konjunkturmessung)

Die gesamtwirtschaftliche Lage wird als Konjunktur bezeichnet. Schwankungen in der Wachstumsrate des BIP visualisieren die Konjunkturschwankungen.

In der Phaseneinteilung unterscheidet man zwischen:

-       Aufschwung und Abschwung:

  • In einer wachsenden Wirtschaft sollte man erst von einem Aufschwung sprechen, wenn die Wirtschaft schneller wächst als das Tendwachstums. Man schaut sich also die Ausschwankungen um die Trendkurve herum an.

-       Rezession

  • Von Rezession ist die Rede, wenn das reale BIP in zwei Quartalen nacheinander fällt.
  • Das BIP wird nur jedes Quartal erfasst.
  • In den USA bestimmt das National Bureau of Economic Research, ob sich die USA in einer Rezession befindet. Das National Bureau of Economic Research spricht von Rezession bei signifikaten, mehrmonatigen Rückgängen des BIP und der industriellen Produktion, Beschäftigung, Realeinkommen und im Groß- und Einzelhandel zu vermerken sind. Der Gedanke ist, dass nicht von einer Rezession gesprochen werden darf, wenn nur einzelne Sektoren der Wirtschaft betroffen sind.

Da das National Bureao of Economic Research sich nicht nur Quartale anschaut, müssen die Indikatoren monatlich und bestmöglich ohne Verzögerung bestimmt werden.

-       Schwere Rezession

  • Das reale BIP hat sich um mindestens 2% innerhalb eines Jahres verschlechtert

-       Boom

  • Ein Boom ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Kapazitäten vollausgelastet sind und dass Arbeitsmärkte geräumt sind sowie der Preisdruck steigt. In klaren Worten: Fast keine Arbeitslosigkeit und steigende Preise.

-       Stagnation

  • Von Stagnation ist die Rede, wenn über längere Zeitintervalle das BIP und die Zahl der Beschäftigten konstant bleibt.

Jahreszeitliche Schwankungen und deren Berücksichtigung sollten uns verdeutlichen, dass man nicht unbedingt von Rezession reden kann, obwohl das BIP über zwei Quartale hinweck sinkt.  Erstmal muss eine Saisonberreinigung der Daten vorgenommenwerden. Dafür gibt es statistische Verfahren. Beispielsweise müssen auch Urlaubstage und Feiertage berücksichtigt werden. Ein wichtiger Teil der Saisonbereinigung ist die Darstellung des Trends. Das Statistische Bundesamt tut dies mit einem gleitenden Durchschnitt. Der Trend stellt eine ”längerfristige Grundtendez” dar. Außerdem kann noch gesagt werden, dass der Konjunkturzyklus asymmetrisch ist. Lange Wachstumsphasen werden von einem ”crash” beendet.

Alle Prognosen basieren auf Erfahrungen und orientieren sich oft an ökonomischen Modellen, da diese solche Erfahrungen zusammenfassen. Nicht vorhersehbare Größen wie beispielsweise die politische Entwicklung in einem Land, erschweren das Erstellen einer Prognose.