Zeitplanung – Zusammenfassung

Zusammen mit dem Netzplan kann man eine Zeitplanung / Terminplanung für beispielsweise ein Bauprojekt durchführen. Diese Zeitplanung bestimmt die folgenden Werte:

  • Früheste und späteste Anfangs- und Endzeitpunkte
  • Projektdauer
  • Zeitreserven (Pufferzeiten)

Definitionen: Frühestmöglicher Anfangs- bzw. Endzeitpunkt eines Vorgangs

  • FAZi                 Frühestmöglicher Anfangszeitpunkt von Vorgang i
  • FEZ                Frühestmöglicher Endzeitpunkt von Vorgang i 
  • FAZ1 = 0         Das Projekt fängt im Zeitpunkt 0 an
Vorraussetzungen für obige Definitionen sind, dass wie einen Netzplan betrachten, der seine Quelle in Knoten 1 hat und seine Senke in Knoten n (Netzplan hat n Knoten).
Weitere Defintionen
Verfolgen wir die Bedingung, dass das Projekt frühestmöglich beendet sein soll, definieren wir zuzüglich folgende Zeiten:
  • SAZi                      Spätestmöglicher Anfangszeitpunkt von Vorgang i
  • SEZi                      Spätestmöglicher Endzeitpunkt von Vorgang i
  • SEZn = FEZn    Projekt endet frühestmöglich
Die Zeitwerte lassen sich durch eine Vorwärts- und eine Rüchwertsrechnung bestimmen.
Kreisfreise Netzpläne
In einem kreisfreien Netzplan lassen sich die Knoten (Vorgänge) i=1,2,3, … ,n so durchnummerieren, dass für jede Kante zwischen zwei Knoten i und j gilt: i<j.
Diese Ordnung führt zu einer Sortierung der Knoten und diese Sortierung der Knoten wird als topologisch bezeichnet. Ein solcher Netzplan wäre also ein topologisch sortierter Netzplan.
Bestimmung der frühesten und spätesten Zeitpunkte in kreisfreien Netzplänen
In einem topologisch sortierten Netzplan ergeben sich die Zeiten des frühesten Anfangs- bzw. Endzeitpunkts durch eine Vorwärtsrechnung:

Sagt man nun, dass das Projekt rechtzeitig endet, also SEZ(n) = FEZ(n), dann erhält man die Zeiten des spätesten Anfangs- bzw. Endzeitpunkts durch eine Rückwertsrechnung:
Kritische Wege und Vorgänge
In einem Netzplan bezeichnet man einen längsten Weg von der Quelle zur Senke als zeitkritischen Weg. Weiterhin heißen alle Vorgänge auf einem solchen Weg zeitkritische Vorgänge. Für alle zeitkritischen Vorgänge gilt FAZ(i) = SAZ(i) und FEZ(i) = SEZ(i). Wird der Beginn einer dieser kritischen Vorgänge verzögert oder verlängert sich die Vorgangsdauer, verspätet sich zwangsläufig das gesamte Projekt – d.h. die Projektdauer erhöht sich um den selben Wert!
Pufferzeiten
Pufferzeiten sind Zeitspannen, um die der Anfang eines Vorgangs und damit der ganze Vorgang gegenüber einem definierten Zeitpunkt verschoben werden kann, bei entsprechender Beeinflussung der zeitlichen Bewegungsmöglichkeiten umgebender Vorgänge. Es gibt vier Arten von Pufferzeiten:
  • Gesamte Pufferzeit eines Vorgangs i
  • Freie Pufferzeit eines Vorgangs i
  • Freie Rückwärtspufferzeit eines Vorgangs i
  • Unabhängige Pufferzeit eines Vorgangs i

Zeitplanung und Netzpläne – Darstellungsform MPM

Die Darstellungsform MPM ist die Metra Potential Method und dient dazu, wichtigste Informationen der Zeitplanung im Netzplan zu präsentieren. Die Knoten werden folgendermaßen dargestellt: