Netzplanentwurf

Ein Netzplan ist nichts anderes als ein gewichteter, zusammenhängender Graph, der weder einen Kreis noch eine Schleife enthält. In einem Netzplan werden Vorgänge und Ereignisse eines Projekts abgespeichert.

Vorgänge

  • Ein Vorgang kostet Zeit, und dessen Anfang sowie Ende kann festgelegt werden. Die Zeit, die ein Vorgang benötigt, ergibt sich also aus der Differenz zwischen Ende und Anfang.
  • Die realisierung eines Vorgangs kostet normalerweise Geld, ist mit dem verbrauch von Materialien verbunden und führt zur Inanspruchnahme von maschineller oder menschlicher Arbeitskraft.

Ereignisse

  • Ein Ereignis erstreckt sich nicht über einen Zeitraum, sonder ist ein punktuelles geschehen. Man bezeichnet ein Ereignis deshalb auch als zeitpunktbezogenes Strukturelement.
  • Der Anfangszeitpunkt eines Vorgangs kann also als Anfangsereignis bezeichnet werden.
  • Es ergibt sich ferner, dass jeder Vorgang ein Anfangs- sowie auch ein Endereignis haben muss.
  • Besondere Ereignisse sind die Meilensteine, z.B. “Fundament erstellt”.

Netzplanentwurf

  • Da der Projektstrukturplan schon die Vorgänge des Netzplans liefert, sind diese Vorgänge nun zu verknüpfen / verbinden.
  • Die Verknüpfung erlangt mithilfe einer systematischen Fragetechnik. Welche Vorgänge müssen vor welchen stattfinden? Welche Vorgänge können überhaupt vor welchem Vorgang stattfinden – und welche erst danach? Gibt es Vorgänge die parallel ausgeführt werden können? Wenn ja, welche? Außerdem muss man sich fragen, ob der betrachtete Vorgang weiter unterteilt werden kann.
  • Es müssen dabei Wartezeiten berücksichtigt werden.
  • Manche Vorgänge können auch schon angefangen werden, bevor ein Vorgang ganz beendet wurde.
  • Eine Tabellarische Darstellung vereinfacht den Entwurf.
OBS: Es gibt verschiedene Typen von Netzplänen
  • Der Vorgangsknotennetzplan: Ein Vorgang ist ein Knoten. Kanten stellen die Reihenfolge dar. Wenn eine Wartezeit zwischen zwei Vorgängen besteht, könne die Kanten gewichtet sein. Allgemein wird MPM verwendet.
  • Der Vorgangspfeilnetzplan: Jeder Vorgang ist eine bewertete Kante. Die Anfangs- und Endereignisse werden mit Knoten dargestellt. Allgemein wird hierfür CPM verwendet.

Pufferzeiten

  •  Gesamte Pufferzeit: Die gesamte Pufferzeit ist die Differenz zwischen dem frühesten und dem spätesten Anfangszeitpunkt. Analoge Rechnung mit frühestem und spätestem Endzeitpunkt.
  • Freie Pufferzeit: Die freie Pufferzeit ist die Zeit, um die ein Vorgang verschoben werden kann, wenn alle vorhergehenden Vorgänge zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen und alle nachfolgenden Vorgänge ebenfalls zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen.
  • Freie Rückwärtspufferzeit: Die freie Rückwärtspufferzeit ist die Pufferzeit eines Vorgangs, wenn alle vorhergehenden Vorgänge zu ihren spätmöglichsten Zeitpunkten  beginnen, und alle nachfolgende Vorgänge ebenso.
  • Unabhängiger Puffer: Der unabhängige Puffer ist die Pufferzeit einen Vorgangs, wenn alle vorhergehenden Vorgänge spätmöglichst und alle nachfolgenden Vorgänge frühstmöglich beginnen.

Kritischer Pfad

  • Der kritischer Pfad ergibt sich als Summe aller Kanten die alle die Knoten verbinden, deren Verspätung zwingend eine Verspätung des gesamten Projekts bedeuten.
  • Jeder Vorgang mit einer Pufferzeit von 0 ist ein Knoten des kritischen Pfads.
  • Der kritische Pfad ist ein Ansatzpunkt für die Beschleunigung des Projekts, denn durch Verkürzung des kritischen Pfades kann das gesamte Projekt früher beendet werden. Es dabei durchaus möglich, dass dabei ein anderer kritischer Pfad erscheint.
  • Man kann die Knoten, die sich auf dem kritischen Pfad befinden, markieren. Dies erleichtert die Übersicht.